Christoph Steinbach 3.1.2016, Foto

jahnna Sternchen A, Tuschejahnnajahnna Strichmännchen AC, TuscheChristoph Steinbach

mein Lebensweg

Die folgenden Erlebnisse haben mir Einsichten geschenkt, die mich seitdem hilfreich begleiten. Es sind persönliche Erfahrungen. Zugleich sind wir einander ähnlich, aus demselben Bauplan erschaffen und leben in denselben drei Welten.

«Am Donnerstag kam ich auf die Welt. Es war ein schöner und sonniger Tag, sagt meine Mutter. Ich hatte es eilig und die Geburt war so leicht, dass andere Frauen meiner Mutter neidisch hinterherschauten, als sie nur kurze Zeit nach dem Eintreffen in die Klinik auf dem Weg in ihr Zimmer war. Damals war ‹Rooming-In› und ‹Kind-auf-den-Bauch› nicht üblich. So verbrachte ich die ersten zehn Tage meines neuen irdischen Daseins im ‹Neugeborenenzimmer›, in dem ich mit vielen anderen Leidensgenossen von meiner Mutter getrennt lag. Genau nach Plan, alle vier Stunden wurde ich zu ihr, die einige Gänge entfernt im selben Krankenhaus lag, zum Stillen gebracht. Jedes Mal mit hochrotem Kopf und völlig erschöpft. «Du hast dich tot gebrüllt», sagt meine Mutter heute. «Schreien stärkt die Lungen» war die gängige Meinung damals. Erst vor kurzem habe ich von diesen frühen Geschehnissen erfahren. Ein Leben lang hatte ich Stress, mich oder etwas zu feiern, und bis zu meinem letzten war mein Geburtstag zumeist jeweils der emotional schlimmste des Jahres. Ich erkenne, dass wir Menschen mitunter lieblose, unnatürliche, unmenschliche Systeme erschaffen und das Werden anderer Menschen in diese einfügen. Meine wundervollen Eltern haben mich auf die Welt gebracht und ich bin mit ihnen in Liebe und Dankbarkeit verbunden. Sie haben im Rahmen ihrer damaligen Möglichkeiten gehandelt. Viele Menschen, die das Neugeborenenzimmer damals ein- und durchgeführt haben, sind eine Generation zuvor unter wesentlich schlimmeren Umständen zur Welt gekommen. Dieses frühe Trauma hat mich der Welt ein Stück weit enthoben und so habe ich das Leben dahinter erforschen können. Erst heute entdecke ich auch eine gute Lehre im damaligen Geschehen: Ein Tagesplan tut meinem Körper und meiner Seele gut, denn in ihm hat mein Denken seinen Halt und mein Wollen kann sich auf Wesentliches richten.

Christoph Steinbach Kindheit, Foto

Als ich zwei Jahre alt war, bekam meine geliebte Urgroßoma, die mit meiner Mutter, meinem Onkel, meinen Großeltern und mir in einer Wohnung lebte, in derer Zimmer mein zweites Bett stand, die mir körperlich und seelisch sehr nah war und stets aktiv und gesund, plötzlich Atemnot, wurde ins Krankenhaus gebracht werden und verstarb dort zwei Tage später an Herzasthma. Ich wurde in der Wohnung gelassen und in dieses Geschehen nicht eingeweiht. Im Laufe der Jahre und vieler weiterer Einschnitte erkannte ich, dass abrupte Abbrüche Verletzungen im Gemüt hinterlassen und die Psyche zur Verarbeitung Zeit zum Ein- und Ausklingen benötigt.

Als ich vier Jahre alt war, saß ich allein in einem Zimmer der inzwischen eigenen Wohnung meiner Eltern und dachte in seelischer Not und Verzweiflung: «Ich brauche euch nicht!» Durch diese frühe Abkehr wuchs ich innerlich auf mich selbst bezogen auf. Selten war mein Leben unbeschwert und ich lernte, Führung aus mir selbst heraus zu schöpfen. Noch immer habe ich die Tendenz, alles alleine machen zu wollen. Ich erkenne, dass die in tiefer Verbundenheit von Denken und Fühlen gesprochenen Selbst-Vereinbarungen eine wesentliche und dauerhafte Bedeutsamkeit für das weitere Leben haben.

Zwischen acht und zehn Jahren erlebte ich meine erste große Liebe. Wir teilen alles in Unschuld und es gab keinen Zweifel, dass wir heiraten und gemeinsam durch das Leben gehen werden. Erst zwei Wochen zuvor teilte mir mein Vater mit, dass wir umziehen und weit entfernt wohnen werden. Am Tag der Abreise, das gepackte Auto stand auf der Auffahrt, versteckten wir uns unter einem Haselbusch. Wir wurden gefunden und ich stieg ohne sie in das Auto. Erst vor kurzem erkannte ich, dass ich mir all die Jahre etwas nicht verziehen habe: Damals nicht mit ihr weggelaufen zu sein und meinen Eltern gesagt zu haben, dass ich bei ihr und ihren Eltern bleiben möchte. Rückblickend erkenne ich, wie tief die Auswirkungen eines eigenen Nicht-Verzeihens auf das weitere Leben und Lebensgefühl sind. Damals war die Trennung schlimm. Aus heutiger Sicht war es gut, mit meinen Eltern gegangen zu sein.

Als ich 22 Jahre alt war, starb mein Großvater, der Vater meines Vaters, der mit meiner Großmutter seit ihrem Kennenlernen und den schicksalshaften Unterbrechungen im Krieg ein Leben lang Seite an Seite gelebt hatte. Ich stand meinen Großeltern nahe und wohnte damals nur einige Straßen von ihnen entfernt. Kurze Zeit nach dem Tod ihres Mannes erzählte mir meine Großmutter mit Tränen in den Augen, dass sie ihn in den ersten zwei Wochen nach seinem Tod in jedem Moment um sich gefühlt hatte, dass er «bei ihr war» in der gemeinsamen Wohnung und auch außerhalb. Sie erzählte mir, dass sie vor einigen Nächten gegen vier Uhr morgens erwacht und ihr Flur hell von Licht war. Im Türrahmen stand er in Gestalt und Umriss und verabschiedete sich von ihr. Fortan war er nicht mehr im Geist bei ihr, sie spürte ihn nicht mehr um sich und lebte fortan allein in der Wohnung und in Erinnerung an ihn. Ich habe sie jede Woche besucht. Damals erkannte ich, dass es eine Geistige Welt gibt, die wir über unsere physischen Sinne kaum wahrnehmen und die dennoch so wirklich ist wie die physische Welt der fünf Sinne. Seitdem bin ich vielen glaubwürdigen Menschen begegnet, die Wesen der geistigen Welt sehen, hören, riechen, spüren und mit ihnen sprechen.

Etwa sechs Jahre später erzählte mir meine Großmutter beim Nachmittagskaffee, was ihr am Ende des zweiten Weltkriegs über viele Monate widerfahren ist und legte damit ein Familiengeheimnis offen, das sie damals weder meinem Vater, meinem Onkel und aus heutiger Sicht nicht einmal ihrem Mann anvertraut hatte. In den folgenden Jahren erkannte ich in vielen Aufstellungen und Gesprächen mit meiner Familie, wie sehr ein Mensch in ungelöste Geschehnisse der eigenen Herkunftsfamilie eingebunden sein kann und dass Lösungen und Klärungen auch über den Tod hinaus möglich sind. Einige Jahre später, nachdem sie sich mir anvertraut hatte, erzählt meine Großmutter auch meiner Tante, meinem Onkel und meinem Vater von den Geschehnissen. Sie starb und mein Vater nur wenige Jahre darauf.

Mit 30 Jahren lernte ich den Inhaber des Ladens ‹Der Edelstein› nahe der Berliner U-Bahnstation ‹Wilmersdorfer Straße› kennen. Er fragte mich, ob er mir eine ‹Öffnung der Chakren› schenken dürfe. Ich willigte ein und erlebte in der Folgezeit Flüsse von Energien im eigenen Körper und erste Eindrücke der uns umgebenden feinstofflichen Welt. Ich erkannte, dass wir Menschen über die fünf Sinne hinaus noch mit einer Gruppe von höheren Sinnen ausgestattet sind.

Mit 31 Jahren betreute ich mit Kollegen einen Stand auf einer Bildungsmesse in Hannover. Der Nachbarstand verkaufte unter anderem ein Buch, das Computerbilder von Körpern aus anderen räumlichen Dimensionen zeigt. Ich erkannte, dass der Raum, den wir mit unseren fünf physischen Sinnen begreifen, nicht die einzige belebte Sphäre der Existenz ist. Im eigenen Erleben wird mir seitdem immer wieder die Erfahrung geschenkt, auch jenseits des Diesseits und Jenseits zu existieren.

Mit 35 Jahren, an einem für mich besonderen Tag, an dem ich mir nach fünf intensiven Jahren als Familienvater zwei Tage für mich genommen hatte, sprach mir das Leben in nur einem Satz innerlich aus, was wir Menschen erleben und was das Gute und Schlechte im menschlichen Dasein ist. Seitdem erforsche ich diese Botschaft in mir selbst und mit meinen Mitmenschen, lasse mich allein von meiner inneren Führung leiten, wurde als Diplom-Ingenieur und Projektleiter auch Mitarbeiterrat, dann Lehrer am Gymnasium, Life-Coach, Buchautor und erkannte nach und nach die Empfindungen des Körpers, die Formen der Gedanken, die wahren Gefühle, was Wollen ist und was ich spüre.

Mit 39 Jahren tauchten zum ersten Mal in einer begleiteten Meditation Bilder, Gefühle und Eindrücke in meinem Geist auf, die mich Geschehnisse aus Zeiten erleben ließen, die Jahrhunderte zurückliegen. Immer wieder sammele ich seitdem solche Eindrücke, die sich Stück für Stück zu zusammenhängenden Ausschnitten aus vergangenen Leben zusammenfügen. Ich kam mit Menschen zusammen, die in den damaligen Zeiten zugegen waren und erlebte Orte des Geschehens gemeinsam. Ich erkannte, dass wir Menschen wiedergeboren werden, chronologisch in der Zeit, und dass manche vom Schicksal getrennte Beziehung sich in einem späteren Leben fortsetzt.

Christoph Steinbach 08.2010, Foto

Mit 42 Jahren erlebte ich in einem Wochenseminar einer spirituellen Lehrerin zum ersten Mal bewusst, dass ich aus dem Denken herausgetreten war und im Raum meiner Brust weilte und dort auch ruhte. Ich erkannte, dass wir Menschen im Wesentlichen drei Zentren in uns haben, in denen wir ‹sein› können, in denen wir ruhen und aus denen heraus wir sprechen und agieren können: Kopf, Brust und Rumpf. Seitdem nehme ich wahr, wie sehr wir westlich geprägten Menschen aus dem Kopf heraus leben.

Christoph Steinbach 09.2011, Foto

Mit 43 Jahren erlebte ich über viele Jahre hinweg, dass eine Frau ihren Mann nicht nur mit ihrer Schönheit, Sinnlichkeit und Spiritualität, sondern ebenso mit ihrer Verletzlichkeit und dem offenen Ausdruck ihrer Emotionen tief beschenkt und ihn darin zu sich selbst führt, indem sie seine Stärke und Präsenz herausfordert. Ich erkannte, dass ein Mann eine Aura des Schutzes um seine Frau bildet, dass er seine Grenzen kennen und wahren sollte, dass es möglich ist, Halt zu geben, ohne von sich selbst zu weichen und dass im Einlassen zweier Menschen tiefe Heilung geschehen kann, in der beide erblühen.

Im Jahr 2012, mit 45 Jahren, stieß ich beim Schreiben des Buches auf die Unterschiedlichkeit der Worte ‹Leid› und ‹Leiden›. Ich erkannte, dass ‹Leid› die Bezeichnung für das verkannte vierte Grundgefühl ist, dass ‹Leiden› ein Agieren wie Lieben oder Wollen ist und dass Leid zu empfinden noch kein Leiden ist. Ich erkannte, dass uns Menschen in diesen Zeiten innerer Halt fehlt.

Mit 48 Jahren erforschte ich mit einem Freund, der regelmäßig Satsangs in seinem Haus abhält, direkte Wege durch das Tor des Körpers in das eigene Innere. Seitdem erkenne ich, dass das Licht, die Weite und die Liebe des reinen Selbst wie hinter dem Alltag verborgen liegt und wie es in den meisten Momenten des Alltags dennoch erfahrbar ist.

Christoph Steinbach 12.2014, Foto

Seit Ende 2014 lebe ich ungebunden, mir selbst treu, in Liebe mit mir selbst und im mitfühlenden Kontakt mit meinen Mitmenschen. Seitdem erfahre ich, dass es dauerhaft möglich ist, in gedanklicher, emotionaler und tätiger Reinheit, frei von Ärger gegen andere, Anhaftung, Eifersucht, Habsucht, Hadern, Groll, Grübeln, Gier, Neid, Vorwürfen, Wolllust, Erwartungen, ohne Ablenkung, Urlaub und Unterhaltung zu leben. Zugleich spüre ich, dass die Verbindung des Männlichen und Weiblichen eine der tiefsten Sehnsüchte des irdischen Dasein ist.

Im Herbst 2015 hielt der junge indische Swami Aatma Satsangs in meinem Haus und zeigte in seiner Hellsichtigkeit Ungeklärtes in mir auf. Ich erkannte, wie tief manche Bindung im Geistigen ist und wie schwer erkennbar die eigenen Verstrickungen ohne den offenen Austausch mit anderen sind.

Seit einiger Zeit kommen Menschen zu mir und vertrauen mir ihre seelischen Bewegungen und Nöte an. Ich erlebe, dass es möglich ist, die eigenen Sichten, Prägungen und Muster und damit eigenes Fühlen und Denken für eine Zeit der Hingabe zurückzunehmen, um einen suchenden Menschen in seiner Heilung zu begleiten.»

veröffentlicht am 9.3.2016, letzte Änderung am 16.1.2017 um 11:00 Uhr

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